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Geschichte des Grafikdesigns

Mit den Niederlassungen US-amerikanischer Werbeagenturen in Europa kam der Begriff Grafikdesign dann erstmals ab Ende der 1960er, vielleicht auch erst in den 1970er Jahren, nach Deutschland; zuerst in den Frankfurter (a.M.) Raum und dann nach Düsseldorf. Das ungewohnte neue Grafikdesign der amerikanischen Type- und Art Directors, das sich an keinerlei Regeln zu halten schien, eröffnete im Nachkriegsdeutschland der 60/70er Jahre eine neue, unkonventionelle Betrachtungsweise über die Komposition von Bild und Typographie, über Form und Inhalt, die im regen Widerspruch zu der strengen, dogmatischen Gestaltungsauffassung der Hochschule für Gestaltung Ulm (1953–1968), den Traditionalisten der Buchkunstszene  und der – mehr oder weniger – nationalkonservativen Zunft der Gebrauchsgrafiker stand.

Die Bezeichnung Grafikdesign etablierte sich ab den 1970er Jahren in Deutschland zuerst außerhalb des traditionellen Grafischen Gewerbes, insbesondere bei den ersten Autodidakten und freiberuflich arbeitenden Gestaltern (Freiberufler, eng. Freelancer) sowie in den Werbeagenturen, deren avantgardes, interdisziplinäres Berufsbild noch nicht durch Verbands reglementiert und in Schulen oder Betrieben vermittelt wurde. Als erster prominenter deutschen Vertreter des neuen Grafikdesigns gilt der Grafikdesigner, Buch- und Zeitschriftengestalter Willy Fleckhaus (1925–1983). (Quelle: Lexikon der westeuropäischen Typographie, W. Beinert, 2002).